Was ist Trial?

Trial (englisch, von „to try“ = „versuchen“) ist der Versuch, mit Geschicklichkeit fehlerfrei mit einem Trial-Motorrad oder -fahrrad natürliche oder gebaute Hindernisse mit geeigneten Fahrtechniken zu überwinden, ohne dabei den Boden mit dem Körper zu berühren. Dabei werden Fahrzeug- und Körperbeherrschung, Balancegefühl, Konzentration, Entschlossenheit, Kraft, Ausdauer und Mut gleichermaßen gefordert und gefördert. Trial, die „Königsdisziplin“ im Zweiradsport, ist die beste Schule zur Beherrschung eines Zweirades, auch für die Teilnahme am öffentlichen Strassenverkehr.

Balance ist alles! Üben, üben, üben, mit dem richtigen „Instruktor“ lernt man sehr schnell ;-)

Kleine Trial-Regelkunde

Bei Motorrad-Trial-Wettbewerben werden mindestens 24 „Sektionen“ gefahren, das sind je nach Anzahl der unterschiedlichen vorher festgelegten Hindernis-Parcours (Sektionen) entsprechend häufige Wiederholungen (Runden), z.B. 3 Runden à 12 Sektionen oder 4 Runden à 7 Sektionen. Null Strafpunkte, also die fehlerfreie Bewältigung, ist das Ziel in jeder Sektion. Die Punktrichter zählen jede Bodenberührung des Körpers (Fuß absetzen, mit dem Körper irgendwo anlehnen, etc.) als einen Strafpunkt. Es werden aber maximal drei Strafpunkte gezählt (also auch bei komplettem „Durchfußeln“ im Sitzen gibt es nur drei Strafpunkte - was das dann noch mit Trial zu tun hat mag jeder selbst beurteilen). Fünf Strafpunkte („Scheitern in der Sektion“) gibt es u.a. bei „Motor aus + Stillstand + Fuß am Boden“, wenn das Motorrad zurück rollt, ein falsches Tor durchfahren wird, der Fahrer stürzt oder fremde Hilfe in Anspruch nimmt. Gewertet werden verschiedene Schwierigkeitsklassen (von Klasse 6 „Neulinge“ bis Klasse 1 „Elite“), die durch unterschiedliche Spurführung (farblich markiert) und an der Farbe der Startnummerntafeln der Fahrer erkennbar sind:
Klasse 1 · „Elite“ · Gelbe Spur, Startnummern 1 - 99
Leistungsstand Deutsche Trial-Meisterschaft
Klasse 2 · „Experten“ · Weiße Spur, Startnummern 200 - 299
Leistungsstand Deutscher Trial-Cup, Nord- und Süddeutsche Meisterschaften
Klasse 3 · „Spezialisten“ · Blaue Spur, Startnummern 300 - 399
Leistungsstand Deutscher Trial-Pokal, Steinstufen über einen Meter, Abstände der Hindernisse deutlich kürzer als bei Klasse 4
Klasse 4 · „Fortgeschrittene“ · Grüne Spur, Startnummern 400 - 499
Leistungsstand Deutscher Trial-Senioren-Pokal, höhere Hindernisse, kürzere Abstände, steilere Auf- und Abfahrten und noch engere Kurven als bei Klasse 5
Klasse 5 · „Anfänger“ · Schwarze Spur, Startnummern 500 - 599
Leistungsstand Deutscher Open-Trial-Pokal, Geübte und erfahrenere Neulinge, engere Kurven, steilere Auf- und Abfahrten, Hindernisse bis ca. 50 cm
Klasse 6 · „Neulinge“ · Rote Spur, Startnummern 600 - 699
Einsteiger und Kinder ab 6 Jahren, jeder, der Motorrad fahren kann
Darüber hinaus gibt es noch unterschiedliche Wertungsklassen für Kinder, Jugendliche, Frauen, Senioren, Seitenwagen- und Automatik-Motorräder, im Wesentlichen orientieren diese sich aber an den bereits beschriebenen Klassen. Grundsätzlich gilt, dass die einfachste Spur so gesteckt sein muss, dass sie mit einem Mofa durchfahren werden kann. Damit ist gewährleistet, dass Einsteiger und Kinder ab 6 Jahren gefahrlos an Wettbewerben teilnehmen können. Nicht-Lizenzpflichtige Wettbewerbe („Clubtrials“) beschränken sich meistens auf die unteren drei Klassen für den Breitensport (Kl.6 „Neulinge“, Kl.5 „Anfänger“, Kl.4 „Fortgeschrittene“).

Trial-Fahrtechnik

Zur Erlernung der richtigen Fahrtechniken zum Überwinden verschiedener Hindernisse ist viel Übung erforderlich. Entsprechendes Training für alle Altersklassen bieten wir in unserer Trial-Sportanlage an (unser jüngstes Mitglied ist 4 und unser Ältestes ist 68 Jahre alt). Neben regelmäßigem Training mit erfahrenen Trainern ist es gerade für Anfänger sehr hilfreich, sich die Fahrtechnik von Könnern „abzuschauen“, zu analysieren und versuchen nachzuahmen. Videoaufnahmen in HD und Zeitlupe sind heute mit jedem zeitgemäßen Mobiltelefon („Smartphone“) möglich. Auch wenn man alleine trainiert ist ein kleines Stativ kein großes Extragepäck. Die Analyse der Bewegungsabläufe der Könner offenbart im Vergleich zu den eigenen Aufnahmen sehr deutlich das Verbesserungspotential der eigenen Fahrkünste 😉

Siehe auch Erfahrungsbericht Stufentraining · Fortschritte eines Anfängers

Hier ein paar meisterhafte Beispiele zur Überwindung von Hindernissen:
Doppelstufen im Hang · Fahrer: Alois Thoma · Video: Axel Köster 8.8.2017
Flipturn & Splat · Fahrer: Maxi Fuchs · Video: Axel Köster 11.7.2017
Betonschrägen und Versetzen im Schräghang · Fahrer: Alois Thoma · Video: Axel Köster 3.5.2017
Doppelter Gasstoß mit Kupplung - „Jap Zap“ · Fahrer: Alois Thoma · Video: Axel Köster 23.8.2016
Doppelter Gasstoß · Fahrer: Fabio Mascher · Video: Axel Köster 3.10.2016
Dreifacher Gasstoß · Fahrer: Fabio Mascher · Video: Axel Köster 3.10.2016
Stufe Hangaufwärts · Fahrer: Andreas Deichl · Video: Axel Köster 16.10.2016
Stufe anspringen · Fahrer: Florian Resch · Video: Axel Köster 20.11.2016
Stufe anspringen · Fahrer: Florian Resch · Video: Axel Köster 20.11.2016
Stufe anspringen · Fahrer: Florian Resch · Video: Axel Köster 20.11.2016
Flip-Turn · Fahrer: Florian Resch · Video: Axel Köster 20.11.2016
Stufentechniken mit einem Gasstoß · Fahrer: Hans Gröb · Video: Axel Köster 28.12.2016
Überhängende Stufe · Fahrer: Andreas Pfitzmaier · Video: Axel Köster 28.12.2016
Verschiedene Doppelstufentechniken · Fahrer: Hans Gröb · Video: Axel Köster 28.12.2016
Doppelstufe · Fahrer: Andreas Pfitzmaier · Video: Axel Köster 28.12.2016
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